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Fast zwei Drittel aller Investment-Strategien haben einen kürzeren Anlagehorizont als vom Investor gewünscht

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Investment-Strategien haben kürzeren Anlagehorizont als gewünscht

Fast zwei Drittel aller Investment-Strategien haben einen kürzeren Anlagehorizont als gewünscht


Germany
Frankfurt, 23 February 2010

 

Einige aktive Portfolio-Manager schichten ihre Portfolios häufiger um als sie selbst vorgeben. Im Zeitraum von Juni 2006 bis Juni 2009 überschritten fast zwei Drittel der auf institutionelle Investoren ausgerichteten Strategien ihr erwartetes Handelsvolumen. Im Durchschnitt lag das Volumen um 26 Prozent höher, bei einigen Strategien überstieg es die Erwartungen sogar um 150 bis 200 Prozent.


Dies zeigt eine neue Studie mit dem Titel „Investment Horizons – Do Managers Do What They Say?“, die vom IRRC Institut in Auftrag gegeben und vom Beratungsunternehmen Mercer durchgeführt wurde. Die Studie analysiert den Anlagehorizont von aktiv gemanagten Aktienportfolios im Zeitraum Juni 2006 bis Juni 2009 und vergleicht verschiedene Strategien, Regionen und Stile miteinander.


Die Untersuchung verdeutlicht, dass Portfolio-Manager das Handelsvolumen ihrer Strategien tendenziell unterschätzen und viele die Aktien-Positionen in ihren Portfolios im Durchschnitt nicht so lange halten wie sie selbst vorgegeben haben.


„Bisher gab es noch keinen stichhaltigen Beweis dafür, dass es neben Day Trading und Arbitrage Funds  weitere Investment-Ansätze gibt, die konzept-bedingt auf kurze Anlagehorizonte ausgelegt sind. Wenn zwei Drittel der Long-Only Aktienstrategien für institutionelle Investoren ihre Portfolios häufiger umschichten als sie selbst vorgeben, kann dies ein Indiz für ein systematisches Problem sein. Wenn Portfolio-Manager weit häufiger umschichten als vorgegeben, kann dies signifikante Effekte auf Kosten, Performance und Risiko haben und dazu führen, dass die Strategien anders als in ihren Anlage-Grundsätzen vereinbart bewirtschaftet werden“, sagt Jon Lukomnik, Programm-Direktor bei IRRC.


„Überhöhte Handelsvolumina können ein Anhaltspunkt für tiefgreifendere Probleme in den Investment-Prozessen sein,“ sagt Carl-Heinrich Kehr, Principal bei Mercer Deutschland. „Investoren, die sich gezielt nachhaltig ausgerichtete Anlage-Strategien zur Ausnutzung langfristiger Trends aussuchen, sollten mögliche Veränderungen im Blick behalten und die Gründe dafür feststellen können,“ so Kehr weiter.

Die zentralen Ergebnisse der Studie im Überblick

1. Quantitative Analyse des Handelsvolumens von über 900 Anlage-Strategien:

  • Fast zwei Drittel der Strategien haben ein größeres Handelsvolumen als vorgegeben, wobei dieses für einige Strategien um 150 bis 200 Prozent überschritten wird. Für 822 Strategien lag sowohl das vorgegebene als auch das realisierte Handelsvolumen vor. Bei 550 Strategien davon wurde das vorgebene durch das realisierte Volumen überschritten. Im Durchschnitt war das Handelsvolumen um 26 Prozent größer als vorgegeben.
  • Innerhalb der gesamten Stichprobe von 991 Strategien betrug das jährliche realisierte Handelsvolumen 72 Prozent. Bei 20 Prozent der Strategien lag es über 100 Prozent.
  • Wertorientierte Strategien tendieren zu einem kleineren Handelsvolumen als andere Anlage-Stile. Large Cap-Strategien zeigten ein kleineres Handelsvolumen als Small Cap-Strategien, und auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Strategien (Socially Responsible Investments – SRI) wiesen ein kleineres Handelsvolumen auf als  Strategien, die nicht spezifisch auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sind.
  • Im Vergleich nach Anlageregionen zeigten sich bei Strategien für britische, kanadische und australische Aktien die kleinsten Handelsvolumina, während die Strategien für Aktien in Europa (einschl. UK), USA und weltweit die größten Volumina aufwiesen.

2. Qualitative Fallstudien zu acht aktiven Aktienfonds-Managern:

  • Motive für eine Kurzfrist-Orientierung* : 1. volatilere Märkte und sich verändernde makroökonomische Parameter, 2. uneinheitlich vorgetragene Präferenzen der Investoren, 3. kurzfristig ausgelegte Anreizsysteme für die Portfolio-Manager sowie 4. inkonsistentes Verhalten.
  • Portfolio-Manager erkennen den potenziell nachteiligen Effekt einer Kurzfrist-Orientierung selbst dann, wenn sie vorgeben, sie sei unvermeidbar gewesen. Die Portfolio-Manager deuteten an, dass mit einer kurzfristigen Ausrichtung der Kapitalanlage potenziell 1. die Aktiengesellschaften zu einer Orientierung am kurzfristigen Erfolg gedrängt werden, 2. die Volatilität erhöht wird, 3. ein Mangel an Disziplin im Hinblick auf die Strategietreue im Investment-Prozess offenbart wird, 4. die Interessenangleichung von Portfolio-Managern und ihren Kunden gestört wird.
  • Die Portfolio-Manager zeigten selbst einige konkrete Ideen zur möglichen Lösung der Probleme im Zusammenhang mit einer Kurzfrist-Orientierung auf, zu denen Details in dem Bericht zur Studie aufgeführt sind.

 

Den vollständigen Bericht zur Studie „Investment Horizons – Do Managers Do What They Say?“ lassen wir Ihnen zur Unterstützung Ihrer journalistischen Arbeit auf Wunsch gerne kostenfrei zukommen.


*Im Rahmen dieser Studie ist mit Kurzfrist-Orientierung in absoluten Dimensionen eine durchschnittliche Haltedauer von 12 Monaten oder weniger gemeint (entsprechend einem Handelsvolumen von 100 Prozent oder mehr). In relativer Dimension kann eine Kurzfrist-Orientierung daran festgemacht werden, dass das tatsächliche Handelsvolumen das vorgebene Niveau überschreitet, welches sich aus Berichten und Werbematerial des Anbieters ergibt.

 

 

Über Mercer (www.mercer.com)
 
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